Was schlägt die Erdenuhr? Veilchenzeit, Veilchenzeit!
(Anglicus, Bartholomäus)


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Ergebnis 1 bis 8 von 8

Thema: Grabgestaltung und -bepflanzung

  1. #1
    Gartenprofessor(in) Gartenprofessor(in) Avatar von Susanne
    Registriert seit
    03.12.2010
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    1.880

    Grabgestaltung und -bepflanzung

    Die kleine Tochter von Freunden sagte anläßlich einer Beerdigung mal: "Wenn man tot ist, bekommt man einen Garten." Das fand ich nett, denn auch, wenn es auf dem Friedhof nur ein kleines Beet ist, so gibt es doch Aussicht auf ein blühendes Paradies, wenn man bis zum jüngsten Tag warten mag.

    Ich habe neuerdings die ehrenvolle Aufgabe, das Großmuttergrab zu betreuen. Es liegt am Niederrhein, ist 4,60 m x 2 m groß und hat trockenen, sandigen, fast flächig durchwurzelten Boden.
    Das Grab wird von Norden und Westen durch Wege begrenzt. Das niedrig bepflanzte Nachbargrab schließt südlich an. Auf der Ostseite wird die Fläche aber von zwei sehr großen Koniferen beschattet und ausgelaugt: links einem dichten, mehrstämmigen Taxus baccata (ca. 4 m hoch) und rechts einer Tsuga canadensis (aufgeastet, Höhe ca. 6 m). Der Taxus beugt sich komplett über das Grab, daher hat es nur nachmittags etwas gefiltertes Sonnenlicht.
    Der Friedhof und das Grab sind alt, entsprechend ist dort so ein Baumbestand normal.

    Die aktuelle Bepflanzung besteht aus Azaleen, Skimmien, zwei Ilexen und einer Pfingstrose. Alles wirft sich nach vorne, um mehr Licht zu erhalten. Dadurch sind die hinteren Bereiche des Grabes dem allgegenwärtigen Efeu ausgeliefert und ansonsten ziemlich leer.

    Ich habe gestern den Taxus dezent und soweit wie möglich sowie den Efeu kräftig zurückgeschnitten, dann eine Million Ahornsämlinge, auch mehrjährige , gerodet und alles Unkraut gejätet. Das waren rund vier Schubkarren voll Grünabfall.
    Anschließend habe ich die bestehenden Pflanzen mit Tomatendünger versorgt, alles mit 140 l Blumenerde abgedeckt, dieses mit 80 l Wasser angegossen, danach 70 l feinen Rindenhäcksel verstreut und noch mal 40 l Wasser verteilt. Als Verlegenheitslösung habe ich noch eine Palette blauviolette Stiefmütterchen in Tuffs an den Leerstellen verteilt.

    Lieber als Saisonbepflanzungen, die Extra-Gießaktionen verlangen, wären mir Stauden, vielleicht auch blühende Bodendecker, die den Hintergrund ausfüllen. Platz wäre noch für drei oder vier Pflanzen, wenn man von mittelgroßen Hostas ausgeht, die aber aufgrund der vorhandenen Schneckenpopulation nicht in Frage kommen. Kaninchen gibt es dort auch...

    Ich bin für alle Tipps dankbar! :)

  2. #2
    Moderator(in) Avatar von rocambole
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    AW: Grabgestaltung und -bepflanzung

    Campanula portenschlagiana und porscharskyana, eine der beiden (ich glaube erstere) gedeiht wunderbar unter meiner Riesenkiefer, wächst bis direkt an den Stamm. Die zweite hatte ich mal direkt in den Sand an einer Hauswand gesetzt, ebenfalls nur Schatten.

    Wenn es etwas sonniger ist, geht auch die garganica sehr gut, die hat kompakte Polster und man hat gar keinen Pflegeaufwand, bei den anderen muss man ja nach der Blüte mal die Ranken abrupfen. Ich schwöre auf dieses Trio für absolute Problemstellen in trockenem Sand und ohne Nährstoffe .
    Liebe Grüße, Irene

    Hamburg - WHZ 7b - viel Schatten, trockener, eher saurer Sandboden

  3. #3
    Gartenguru Gartenguru Avatar von Rendel
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    AW: Grabgestaltung und -bepflanzung

    Die Campanulas hatte ich auch einmal auf einem Grab zusammen mit Rosa "The Fairy". Hübsch, aber man muß immer zugange bleiben. Die Glockenblumen sehen nach der Blüte ziemlich unordentlich aus, wenn man es nicht schafft, Verblühtes auszureißen - was im Prinzip ganz einfach ist.
    Ein pflegendes Familienmitglied hat sich dann für Waldsteinia entschieden. Sehr ordentlich und sehr pflegeleicht, nun ja... und etwas langweilig...
    Der Garten ist mein Schutz, meine Zufluchtsstätte...

  4. #4
    Moderator(in) Avatar von rocambole
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    AW: Grabgestaltung und -bepflanzung

    Rendel,

    stimmt, aber die Hauptblüte ist ja nur einmal im Jahr. Wenn das Licht für die kleinen garganicas reicht, da ist der Pflegeaufwand gleich Null. Die habe ich bei mir auch an einer kritischen Stelle direkt an der Hauswand.
    Liebe Grüße, Irene

    Hamburg - WHZ 7b - viel Schatten, trockener, eher saurer Sandboden

  5. #5
    Gartenguru Gartenguru Avatar von Rendel
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    25.11.2010
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    2.810

    AW: Grabgestaltung und -bepflanzung

    Garganica hatte ich nicht, die sind sicher unproblematischer.
    Der Garten ist mein Schutz, meine Zufluchtsstätte...

  6. #6
    Gartenprofessor(in) Gartenprofessor(in) Avatar von Susanne
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    03.12.2010
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    1.880

    AW: Grabgestaltung und -bepflanzung

    Danke für die Tipps! Ich werde mich mal nach Campanula garganica umsehen. Und im Herbst setze ich vielleicht testweise mal ein paar Cyclamen hederifolium ein, mal sehen, ob sie's aushalten...

  7. #7
    Moderator(in) Avatar von Guda
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    AW: Grabgestaltung und -bepflanzung

    Hepatica käme doch vielleicht auch infrage?
    H. transsylvatica kommt auch mit säuerlichem Boden zurecht; wird schneller ausgedehnt groß und braucht nur im ersten Jahr feuchte Nachhilfe.
    Herzliche Grüße - Guda

  8. #8
    Gartenprofessor(in) Gartenprofessor(in) Avatar von Susanne
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    Beiträge
    1.880

    AW: Grabgestaltung und -bepflanzung

    Das ist auch eine schöne Option - danke für den Tipp! Ich habe jetzt für die anstehenden Pflanzenmärkte (Essen, Ilverich usw.) eine kleine Liste für die Lücken zusammengestellt: Ophiopogon nigrescens, Campanula garganica und Hepatica (mal sehen, was es gibt). Cyclamen hederifolium habe ich reichlich an Sämlingen, die werde ich sicher dort einschmuggeln können.

    Was einfaches Grünes bräuchte ich noch... mal sehen, was der Farnmensch in Essen hat.
    Hat jemand Erfahrung mit Cotula an solchen Stellen?

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